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Die teuerste Pizza der Welt


Wir schreiben das Jahr 2 nach Bitcoin-Geburt, also das Jahr 2010 nach christlicher Zeitrechnung.

Nach Ausbruch der weltweiten Finanzkrise in 2007/2008 taucht im Internet ein Whitepaper mit dem Titel „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ auf. Verfasst von einem ominösen und bis heute nicht identifizierten Herrn Satoshi Nakamoto.

Ob es ihn wirklich gibt, ob es ein Pseudonym eines Einzelnen oder einer Gruppe von IT-Spezialisten ist, ist nach wie vor ein Rätsel.

Vermutlich aber handelt es sich um intelligente Leute aus dem Universitätsbereich gemäß des Schreibstils und der komplexen mathematischen Ausführungen.

Jedenfalls fanden die darin vorgestellten, völlig neuen Ideen über ein unabhängiges Geldsystem ohne die verhassten Banken und Regierungen bei IT-Freaks, Hackern und Programmierern einigen Anklang. Und so machten sich ein paar Insider an die Entwicklung.

Diese Entwicklungsarbeit war 2010 endlich abgeschlossen. Doch nun hatte man zwar die erste Cyberwährung „Bitcoin“ der Welt geschaffen, aber man konnte eigentlich nichts damit anfangen.

Außer diesem Insider-Zirkel war sie ja kaum jemand bekannt, geschweige denn dass irgendwelche Unternehmen sie als Zahlungsmittel akzeptierten. Vor allem hatte man keine Ahnung, welchen Wert Bitcoin gegenüber realen Produkten oder einer herkömmlichen Währung haben könnte.

Da kam Laszlo Hanyecz, einer dieser Insider-Entwickler, auf die Idee, am 22. Mai 2010 in einem Bitcoin-Forum folgendes zu posten:
„Ich zahle demjenigen 10.000 Bitcoin, der mir dafür 2 Pizzas backt und liefert.“

Dieser Eintrag ist legendär geworden, denn ein Leser des Forums ging auf das Angebot ein und lieferte.

Legendär deshalb, weil nun erstmals eine Kursfestsetzung stattfand, und legendär vor allem auch, weil der Lieferant tatsächlich seine 10.000 Bitcoin überwiesen bekam, die damals einen Wert von 41 Dollar (also für die zwei Pizzas) hatten. Denn:

Beim heutigen Bitcoin-Kurs von rund 45.000 USD (Mitte Mai 2021) ist der Glückliche heute viel-100-facher Millionär, falls er die Coins noch hat… (hat er aber nicht - erfahren Sie HIER was aus Käufer und Verkäufer wurde).

Aber der eigentliche Durchbruch als Zahlungsmittel war das immer noch nicht. Es bedurfte der Hilfe der Schattenwelt, des Darknet. Hier entstand ein Anwendungsmarkt, denn Leute, die illegale Dinge kaufen oder Geld waschen wollten, konnten das nun tun, ohne wie früher bei herkömmlichen Währungen Spuren zu hinterlassen.

Nun wurden endlich die Mainstream Medien aufmerksam. Forbes und Time Magazine brachten die ersten Berichte und eine breite Öffentlichkeit erfuhr von Bitcoin. Das wiederum zog Anleger an, die in die Kryptowährung investierten. In der Folge stieg der Kurs von 1,20 Dollar auf 6 Dollar - innerhalb kürzester Zeit hatten sie ihr Kapital verfünffacht. Bis 2013 hatte sich der Kurs verzehnfacht.

Und es ging immer weiter nach oben, bis 2014 eine Korrektur kam, weil sich viele Investoren unter immensen Gewinn-Mitnahmen zurückzogen. Aber immerhin hatte sich der BTC-Kurs bei ca. 270 USD stabilisiert.

Ab Oktober 2015 stieg Bitcoin wieder. Es gab zwar mehrmals Rückschläge, aber immer nur kurzzeitig, aufzuhalten war der Anstieg scheinbar nicht. Mitte November 2017 stieg der Kurs auf 7.000 Dollar und zum bisherigen absoluten Höhepunkt am 17. Dezember 2017 hätten die 10.000 BTC einen Wert von 200.890.000 USD gehabt.

Übrigens, dass der Bitcoin eine "schmutzige" Geburtshilfe durch das Darknet bekam, ist gar kein Einzelfall. Als damals die Porno-Industrie das Internet für sich entdeckte, verhalf sie neuen elektronischen Bezahlsystemen zum Durchbruch, die heute anerkannt sind und von uns allen genutzt werden. So ändern sich die Zeiten...

Gibt es übrigens auch im wirklichen Leben. Ein Beispiel sind die Grimaldis, also die fürstliche Herrscherdynastie von Monaco. Sie gingen im Mittelalter aus Piraten hervor...

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