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Bietet ein Tagesgeldkonto Vorteile?

Ja, aber es kommt darauf an.

Ein Tagesgeldkonto ist immer dann empfehlenswert, wenn man jederzeit auf sein Geld Zugriff haben will, statt es längerfristig in einer Kapitalanlage zu binden. Es ist sozusagen eine vorübergehende Anlageform, bei der man bessere Zinsen erhält als auf dem Girokonto oder Sparbuch mit gesetzlicher Kündigungsfrist, während man auf ein Nahziel hin spart oder auf eine günstige Kaufgelegenheit wartet. Die Abrechnung der Zinsen erfolgt tagesgenau.

Für ein langfristiges Sparziel (z.B. Altersversorgung, Ausbildungssicherung usw.) sind dagegen andere Anlageformen geeigneter.

Im Gegensatz zu einem Sparbuch müssen keine Kündigungsfristen eingehalten werden, sondern der Zugriff auf das Guthaben kann jederzeit täglich erfolgen, und zwar kostenlos.

Jedes Tagesgeldkonto hat ein Referenzkonto; das ist ein normales Girokonto, über das alle Ein- und Auszahlungen laufen. Diese Überweisungen dauern in der Regel zwei bis drei Werktage. Der Geldtransfer wird meistens online veranlasst, kann aber auch telefonisch vereinbart werden.

Das Girokonto muss nicht bei der Bank geführt werden, bei das Tagesgeldkonto eingerichtet wurde. Allerdings kann eine Zusammenfassung unter Umständen die Überweisungs-Laufzeiten verkürzen (vorher erfragen).

Den Einzahlungsrhythmus legt der Tagesgeld-Kontoinhaber selbst fest: Von Einmaleinzahlung großer Beträge über regelmäßige und unregelmäßige Kleinbeträge ist alles möglich.

Manche Banken setzen am Anfang eine Mindesteinlage voraus. Dies muss genauso verglichen werden wie die Guthabenzinsen, die von Bank zu Bank sehr variieren können. Direktbanken und ausländische Banken zahlen in der Regel etwas bessere Zinsen. Bei ausländischen Anbietern ist darüber hinaus zu prüfen, ob die Einlagen bei Insolvenz genauso gut gesichert sind wie bei in Deutschland zugelassenen Geldinstituten.

Was versteht man unter Tagesgeld-Hopping?

Dadurch, dass ein Tagesgeldkonto nicht mit einer bestimmten Frist gekündigt werden muss, sondern man jederzeit und ohne irgendwelche Gebühren Zugriff auf das Guthaben hat (auch bei Kündigung), kann man bei dieser Anlageform sehr einfach sein Geld immer da anlegen, wo es gerade die besten Zinsen gibt. Der Fachmann nennt das Tagesgeld-Hopping.

Dies war in früheren Zeiten recht beliebt, als es noch ansehnliche Zinsen gab. Aber im heutigen Niedigzins-Umfeld findet es kaum noch statt. Die Faustregel war nämlich: Wenn ein anderes Institut  mindestens 0,5 Prozentpunkte mehr zahlt, wechseln die Anleder gerne. Da auch der Marktführer ING Diba (über 8 Millionen Kunden) seinen Zinssatz auf 0,35% gesenkt hat, an dem sich viele Mitbewerber orientiert haben, fällt diese Motivation weg.

Vergessen Sie bei einem Kontenwechsel nicht, an den Freistellungsauftrag zu denken! Mit der Kündigung des alten Tagesgeldkontos erlischt dort auch die Freistellung von der Quellensteuer für die erzielten Zinsen. Bei der neuen Bank muss also ein neuer Auftrag erteilt werden.

Lohnt sich der ständige Wechsel?

Rein rechnerisch schon! Wobei umso mehr Zinsvorteil erwirtschaftet werden kann, je höher die Anlagebeträge sind. Beispiele:
Wenn Sie bei der neuen Onlinebank 0,75% mehr bekommen, dann beträgt der Vorteil bei 1.000 Euro 7,50 Euro pro Jahr. Bei 5.000 Euro sind es schon 37,50 Euro, bei 10.000 Euro 75 Euro und bei 50.000 Euro gar 375 Euro mehr Zinsen für den einmaligen geringen Aufwand, ein neues Postidentverfahren zu machen.

Insbesondere ausländische Banken bieten oft deutlich höhere Tagesgeldzinsen als inländische Institute. Erkundigen Sie sich jedoch, bis zu welchem Maximalbetrag pro Person dort Einlagen gesichert sind. Auch ist zu bedenken, dass Sie im Falle einer Bankpleite Ihre Forderungen im Heimatland der Bank geltend machen müssen.

Darüber hinaus kann man auch dadurch noch Kontoführungsgebühren für das Referenzkonto sparen, indem man das Angebot mancher Direktbanken nutzt, dort ein kostenloses Girokonto einzurichten, das in der Regel weiterhin gebührenfrei bleibt, auch wenn man mit dem Tagesgeldkonto inzwischen woanders gelandet ist.

Vorsicht Falle!
Aber die Sache mit der höheren Verzinsung hat einen Haken - weshalb Sie alle Tagesgeld-Vergleichsseiten kritisch sehen sollten: Beispielsweise offerieren Banken von Autoherstellern gerne vergleichsweise ansehnliche Zinsen wie z.B. 1,1%. Dabei wird aber gern übersehen, dass das nur für Neukunden gilt. Bestandskunden erhalten beispielsweise
nur 0,25%.
Der fatale Trick ist nun, dass ein Neukunde nach vier Monaten zum Bestandskunden wird und damit auch nur noch 0,25% Tagesgeld-Zinsen bekommt... (Zum Zeitpunkt der Recherche machte nur die DKB Bank dieses Marketingspiel nicht mit und behandelte alle Kunden gleich)

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