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Geo-Scoring -
wenn es eine Rolle spielt, wo Sie wohnen

Wussten Sie, dass Sie trotz gutem Einkommen und sauberer Schufa schlechtere Kreditbedingungen bekommen können, wenn Sie im falschen Stadtteil wohnen? Lesen Sie hier, warum:

Nehmen wir mal an, in Berlin-Grunewald, wo es die schicken Villen gibt, wohnt jemand, der den gleichen Beruf und das gleiche Einkommen hat wie jemand, der im Problemviertel Berlin-Kreuzberg wohnt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese beiden Personen keine identischen Darlehensangebote erhalten. Der Grund dafür ist das sog. Geoscoring.

Unter Geo Scoring versteht man die auch heute noch umstrittene Bonitätsbewertung, bei der Informationen aus dem Wohnumfeld in die Risikoeinschätzung einfließen können.

Möglich wurde dies durch die Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes vom 01. April 2011 (kein Aprilscherz). Dadurch wurde die Heranziehung von Adressdaten für das Scoring grundsätzlich erlaubt, allerdings darf die Bewertung nicht alleine darauf beruhen (aber wer kann das überprüfen?).

Die Wirtschaftsauskunfteien wie Schufa, Schimmelpfeng usw. machen davon nun rege Gebrauch. Die Schufa beispielsweise sagt, dass das Geoscoring nicht „standardmäßig“ in die Schufa-Auskunft mit einfließt, aber da sie auch Dienstleister ist und ihren Mitgliedsunternehmen auch individuelle Auskünfte anbietet, ist keinesfalls sicher, was mit den Wohndaten geschieht. Anders gesagt: Da die Schufa mit den Daten arbeiten darf, wird sie es auch tun, wenn es Vertragspartner wie Banken,  Telekommunikationsunternehmen usw. wünschen.

Was können Sie als Verbraucher dagegen tun?
Sehr viel! Nach Paragraf 28b Bundesdatenschutzgesetz muss der Betroffene darüber unterrichtet werden, dass seine Adressdaten gespeichert werden sollen. 
Mehr noch: Er muss der Speicherung auch „ausdrücklich und nachprüfbar“ zustimmen.

© Copyright: Roland Benn



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