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Forex: Vorsicht vor Binären Optionen

Einleitung

Unter der Email Adresse forex@jeden-tag-reicher.eu haben wir in den letzten Tagen einiges an Leserpost erhalten. Vielen Dank für die Anregungen und Fragen.

Ein Teil der Post bezog sich auf eine spezielle Sparte der Internet-Finanzprodukte, die sogenannten binären Optionen bzw. Binary Options. Für uns ein Grund, einmal näher an dieser Stelle auf die Thematik einzugehen.

Binäre Optionen / Binary Options

In Deutschland hat sich die Thematik mit den Binär-Optionen erst in den letzten Monaten verstärkt bemerkbar gemacht. Und in der Tat ist der Handel mit Binary Options noch relativ jung. Erst im Jahr 2008 erlaubte die US Securities and Exchange Commission den Handel mit diesen „exotischen Optionen“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Bin%C3%A4re_Option)

Im Prinzip handelt es sich bei der binären Option um eine Wette auf die Zukunft. Zugrunde liegt der momentane Kurs einer Währung (auch hier meistens EURUSD) und der Kunde wettet darauf, ob der Kurs zu einem bestimmten Zeitpunkt (meistens 5 Minuten) über oder unter dem jetzigen Kurs liegt.

Dabei ist es dann egal, ob der Kurs zu dem Zeitpunkt 1 PIP oder 5 PIP im „richtigen“ Bereich liegt. Sie müssen nur auf der richtigen Seite sein. Ebenso ist es egal, mit welcher Geschwindigkeit der Kurs in die richtige Richtung ging oder ob der Kurs vorher auf der „verkehrten“ Seite war.

Und dann ist es wie immer – war die Prognose richtig, dann kassieren Sie. Und wenn Sie daneben lagen, dann ist der Wetteinsatz verloren.

Gerade diese Einfachheit ist für den Anfänger sehr bestechend. Es gibt nur zwei Möglichkeiten (richtig oder falsch) und der Ablauf ist im Gegensatz zum klassischen Währungshandel, wie wir ihn hier bei „Jeden Tag reicher...“ betreiben, wesentlich überschaubarer.

Die Trader-Falle

Und das ist dann auch schon die Falle, in die man als Internetuser wieder tappt. Gleich der Venusfliegenfalle oder den Gesängen der Lorelei am Rhein – wir haben wieder den „Klassiker“ , auf den die Internetuser auf der Suche nach Geldvermehrung immer wieder hereinfallen.

  • das mega-einfache System
  • die große Gewinnchance (80% pro Trade)

Diese beiden Faktoren sind sattsam bekannt. Wichtig ist aber im Vertrieb immer, dass der zukünftige Kunde einer Idee auch Vertrauen schenkt. Dies funktioniert natürlich am besten, wenn ich Begriffe verwenden kann, die bereits bekannt sind.
So habe ich Effekte wie „Das kenne ich schon“ und „Wieso sagt mir keiner, dass es auch so einfach geht?“. Dies bedeutet bei den biären Optionen:

  • es wird auf Währungen gewettet
  • das Ganze wird von einem Broker abgewickelt.

Sie merken es schon: Man könnte genauso gut auch auf andere Ereignisse wetten (Boxen oder das Wetter) – es muss ja immer nur ein „hopp oder top “ Ergebnis her. Hier ist man aber bewußt in die Begriffe der Finanzwelt gegangen. Warum? Eben weil der Devisenmarkt der größte Markt der Welt ist. Davon möchte man sich halt ein Stück vom Kuchen abschneiden.

Der Unterschied

Obwohl die Begriffe bei den binären Optionen und dem Devisenhandel gleich sind, ist der Unterschied doch ziemlich radikal.

Beim Währungshandel nehmen wir als Trader direkt am Geschehen im Markt teil. Wir verdienen unser Geld dadurch, dass wir die Schwankungen im Markt zu unseren Gunsten ausnutzen.

Bei den binären Optionen ist man von diesem Markt abgekoppelt – man wettet nur auf ein Ergebnis.

Sie sind der Meinung, das wäre doch egal, weil im Prinzip alles gleich ist? Dann machen wir mal folgende Überlegung:

Denken Sie sich zwei Fußballmannschaften, die um einen Ball kämpfen und Tore schießen wollen. Am Rand stehen die Zuschauer und wetten, wer am Ende gewinnt.

Der Ball wäre das Währungspaar im Forex und die Spieler (= Trader) diejenigen, die den Kurs hoch- oder runter„drücken“. Unser Binär-Trader ist der wettende Zuschauer am Rande.

Merken Sie, was fehlt?

Beim Fußball gibt es 3 Schiedsrichter auf dem Spielfeld, die dafür sorgen, dass einigermaßen fair gespielt wird. Aber wer überwacht die Wetten bei den Zuschauern? Keiner!

Und so ähnlich ist es auch im Fall der binären Option. Der Begriff Broker ist leider nicht geschützt, sondern einfach nur das englische Äquivalent zu unserem deutschen Begriff Makler. Von daher finden Sie relativ selten einen Forex-Broker, der auch binäre Optionen anbietet.

Ganz im Gegenteil: Wenn Sie einen Forex-Broker mit binären Optionen im Portfolio sehen, dann sollten bei Ihnen sämtliche Alarmglocken anspringen (http://www.marcus-sieg.info/broker-probleme-bei-4xp/) Die Regeln, die im Forex gelten, sind bei den binären Optionen mehr oder weniger außer Kraft gesetzt.

Eine Regulierung findet meistens nicht statt. Im Gegenteil – was fehlt wird durch Marketing wettgemacht. Ein guter Name und eine schöne Webseite wischen beim normalen Internet-User alle Zweifel zur Seite.

Ein Beispiel: Die Banc de Swiss wirbt ja gerne mit der Seriösität der Schweiz – hat aber mit dem Alpenland überhaupt nichts zu tun. Die Keplero Holding Ltd (so der eigentliche Firmen-Name) ist zwar bei der CySEC auf Zypern registriert, aber das bedeutet leider nicht viel. Denn diese Registrierung auf Zypern bedeutet nicht automatisch, dass auch die Kundengelder einlagengeschützt sind, wie wir ja auch aus anderen Beispielen wissen.

Aber mit dieser Registrierung bildet die Banc de Swiss sogar noch eine rühmliche Ausnahme. Die meisten anderen Binary Options Anbieter sind einfach „nur da“. Und wenn dann noch die Story mit den drei ominösen Bankern im Hintergrund dazu kommt oder mit dem Norbert, der jetzt als Dr. Schulz sein Anzeigenunwesen treibt, dann sollte eigentlich jedem klar sein, wo wir uns hier befinden:

Im Sumpf der unsauberen Geschäfte und der Internetabzocke

Zum Schluss einfach nur drei Gedanken zu diesem Thema:
  1. Wetten bedeutet: Einer gewinnt und einer verliert. Wenn die binären Optionen so einfach sind, wo kommt dann bitte die Rendite von 80% her?
  2. Fachleute meinen, dass es nur ca 1% der Teilnehmer am Binär-Optionen-Markt kontinuierlich im Plus arbeiten.
  3. Ich persönlich kann nur jedem von Binären Optionen abraten, da diese kein reguliertes Segment des Investmentbankings sind, sondern ein anthrazit-grauer (fast schwarzer) unregulierter Markt für den noch nicht einmal eine Lizenz benötigt wird.

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