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Weltneuheit: E-Residency in Estland


Estland ist das nördlichste der drei baltischen Länder. Das kleine Land ist vor allem in digitaler Hinsicht weltweit enorm vorbildhaft und hat äußerst Interessantes zu bieten.

Wussten Sie,
dass die allseits bekannte kostenlose Internet-Telefonie Skype ein ursprünglich estländisches Produkt ist? Einer der Gründer, Taavi Kotka, ist heute stellvertretender Kanzler der Kommunikations- und Informationssysteme des Wirtschaftsministeriums.

Oder wussten Sie,
dass Estland das einzige Land in ganz Europa ist, wo Internetzugang ein Grundrecht ist? Folgerichtig kann jeder der ca. 1,3 Mio. Einwohner, der keinen eigenen Computer hat, in über 700 öffentlichen Stellen wie z.B. in Postämtern kostenlos im Internet surfen.

Übrigens ist in Estlands Hauptstadt Tallinn auch der öffentliche Personennahverkehr seit 2013 kostenlos.

Die Weltneuheit: E-Residency
Und nun hat Estland wieder etwas kreiert, das auf der ganzen Welt noch ohne gleichen ist und das sicherlich bald Nachahmer finden wird, weil es dem digitalen Zeitalter entspricht: die E-Residency, was so viel wie elektronischer Wohnsitz heißt.
Dass hierfür Nachfrage besteht, zeigen die bisherigen ca. 6.000 E-Residenten. Der prominenteste unter ihnen ist kein Geringerer als Shinzo Abe, der amtierende Premierminister Japans (!). Bis zum Jahr 2025 könnte es laut Taavi Kotka 25 Mio. E-Residenten geben.

Was ist eine E-Residency?
Trotz seines Namens ist eine E-Residency keine Online-Aufenthaltserlaubnis und schon gar nicht ein Weg, übers Internet die estnische Staatbürgerschaft oder ein EU-Visum zu erwerben. Eine E-Residency ist vielmehr eine transnationale digitale Identität (einfacher als das deutsche Post-Ident-Verfahren).

Was lässt sich damit anfangen?
Mit einer E-Residency können Personen aus aller Welt, die nicht in Estland wohnen, vieles vereinfachen, wie etwa:
  • ein Unternehmen in Estland gründen und unternehmerisch tätig sein (das estnische Unternehmenssteuerrecht besteuert keine thesaurierten Gewinne, womit z.B. eine solche Firma oder Holding Kapitalanlagen tätigen, in Edelmetalle investieren kann uvam.);
  • junge Freelancer, Gründer und Start-ups kostengünstig ein rechtskonformes Unternehmen ohne die sonst andernorts üblichen hohen Anfangskosten gründen können;
  • die estländische Steuererklärung kann man online einreichen;
  • man kann digitale Signaturen erstellen;
  • man kann rechtsgültige Verträge online und ohne persönliches Erscheinen abschließen (vorausgesetzt, der Vertragspartner hat ebenfalls eine E-Residency);
  • man kann Dokumente verschlüsseln und übertragen;
  • man kann das regierungsamtliche Portal nutzen; Estländisch muss man nicht können, es gibt auch eine englische Version: https://www.eesti.ee/eng
  • man kann Bankkonten eröffnen.
Wie hoch sind die Gebühren?
Die Gebühren für eine estländische E-Residency betragen zurzeit einmalig 100 US-Dollar.
Die Beantragung erfolgt online über diese Seite: https://e-estonia.com/e-residents/about/

Nach einer mehrwöchigen Bearbeitungszeit, in der eine Überprüfung der Angaben durch Polizei und Grenzschutz erfolgt, bekommt man eine sog Smart ID Card, mit der die digitale Identifikation und Verifikation durchgeführt werden kann. Die ID Card und das dazugehörige Lesegerät muss in einer estländischen Botschaft abgeholt werden.

Viele Dinge des täglichen Lebens regeln Sie von zuhause aus per Internet
Laut Leben im Ausland lässt sich E-Residency in folgenden Bereichen anwenden:
  • e-Business Register ermöglicht es Unternehmern, innerhalb weniger Minuten eine Gesellschaft zu gründen, ohne ein Amt oder einen Notar zu besuchen. Alle eingehenden Informationen gehen ans zentrale Handelsregister, das die Gründung innerhalb weniger Minuten bestätigt.
  • DigiDoc wird in Estland genutzt, um Dokumente aller Art zu speichern und auszutauschen.
  • e-Tax: Damit reichen Unternehmer und Privatleute ihre Steuererklärungen ein, um möglichst wenig Flattax zu bezahlen, die in Estland bei 21 Prozent liegt.
  • e-Prescription ist das papierlose, zentrale System, um regelmäßige medizinische Verschreibungen zu vereinfachen.
  • e-Health Record führt Daten aller Anbieter von Gesundheitsdienstlungen zu einer landesweiten Patientenliste zusammen.
  • e-School erlaubt Schülern, Lehrern und Eltern, beim Lernprozess zusammenzuarbeiten.
  • Mobile Payment ermöglicht die schnelle und unkomplizierte Zahlung per Handy.
  • Social Welfare e-Services: Auch die Sozialhilfe in Estland ist online geregelt. Kann sich deren Nutzer keinen Computer leisten, geht er bei der Post gratis online.
  • Location-based Services: Seit 2000 wird der Standort jedes GSM-Handy, das einen Notruf sendet, sofort exakt ermittelt.
© Copyright: Roland Benn / BIG BENN BOOKS


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