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Was würde eigentlich passieren,...

wenn die US-Regierung - wieder einmal (vorläufig) zahlungsunfähig wäre? Die Kollegen vom Vertraulichen Schweizer Brief haben es 2013 bereits analysiert, die Folgen wären auch heute für die ganze Weltwirtschaft ungeheuerlich:

„Die Verzahnung der beiden Parteien ist auf die Spitze getrieben worden. Parteipolitik wird ad extremis auf dem Rücken der Bürger ausgetragen; Parteiegoismus und Klüngeldenken überwiegen. Die Folgen für die globalen Finanzmärkte sind aber ungeheuerlich. Falls es wirklich zu einem Zahlungsstopp der amerikanischen Verpflichtungen kommen sollte, wäre das für die globalen Finanzmärkte eine Katastrophe, die die Lehman-Brothers-Krise geradezu als dünnen Sirup aussehen lassen würde. Das Rating der USA würde reduziert, deren Kredit-Bonität arg zurückgestuft. Wir wollen nachstehend die verheerendsten der Konsequenzen auflisten. Damit Sie sich ein Bild über diesen drohenden Finanz-Tsunami machen können. Er würde die ganze globale Finanzwelt erfassen und in ihren Grundfesten erschüttern…

Die gesetzlich verankerte Ausgabenobergrenze für Staatsverschuldung liegt derzeit bei rund 16,7 Billionen (das war 2013; heute: 20 Billionen Dollar). Ab 17. Oktober sind die USA „zahlungsunfähig“. Bis jetzt haben die USA jeden fünften Dollar für Zins und Zinseszinsen aufzuwenden. Tendenz stark steigend. Im Klartext: Die USA brauchen pro Tag 1,5 bis 2 Milliarden Neugeld, nur um die laufenden Zinsen zu begleichen! Es müssen also immer mehr neue Staatsanleihen verkauft werden. Japan und China sind die größten Halter von US-Staatsanleihen, ihr Anteil wird gegen die 40 Prozent geschätzt. Wenn diese beiden Staaten alleine die jeweiligen Zinsen auf den bisherigen Anleihen nicht weiter in Staatsanleihen anlegen, wären die USA „innert Wochen“ in ärgsten Zahlungsschwierigkeiten. Insgesamt haben die USA 12 Billionen Staatsschuld-Verschreibungen ausstehend…

Das amerikanische Treasury wickelt pro Monat 80 Millionen Geldtransaktionen ab, die alle Bereiche abdecken. Wenn dieses System ausfällt (alleine bei den Renten), bricht die Binnenwirtschaft zusammen. Die (Versicherungs-)Kosten der Absicherung von Staatspapieren gegen Zahlungsunfähigkeit hat sich in den letzten acht Wochen verdoppelt! Amerikanische Schatzpapiere sind eine der Grundlagen unseres globalen Finanzsystems. Ohne ihre fristgerechte Verzinsung würden die globalen Finanzmärkte innert Tagen zusammenbrechen. „Es wäre wie ein Motor, der kein Öl im Getriebe hat. Er stellt ab und ist nicht mehr in Gang zu bringen“, erklärt uns ein amerikanischer Fachmann die Lage, die uns allen blühen könnte…

Die Zinssätze der US Treasuries dienen in vielen Fällen als Grundlage für die Berechnung von Zinsen. Würden diese wegen eines Zinszahlungsausfalles sprunghaft ansteigen, hätte das für viele Pensionskassen, Hypothekarbanken und -Darlehen und ähnliche Institutionen verheerende Auswirkungen. Sie sind vertraglich an diese Zinssätze gebunden. Hedgefunds, Banken und andere Finanzinstitute haben gegen zwei Billionen Treasuries als Hinterlage für Darlehen hinterlegt. Für alle diese Unternehmungen eine klare Katastrophe, die nur die wenigsten überleben könn(t)en.

Noch schlimmer wird es für die amerikanische Wirtschaft. Sie hätte keine Möglichkeit mehr, sich Kredite für Investitionen oder Handelsaktivitäten zu beschaffen. Als 1979 die Ausgabenbremse für einige Tage wirkte, sprangen die Zinssätze für erste Anleihen bereits um 0,6 Prozentpunkte an. Berechnungen ergaben, dass dadurch der unmittelbare Schaden über zwölf Milliarden Dollar betrug. Seither hat sich das Kreditvolumen verdreifacht..!

Fachleute rechnen damit, dass der amerikanische Senat und der Kongress seine Zänkereien noch rechtzeitig abbrechen werden, um im Interesse der USA und der globalen Wirtschaft eine Lösung zu finden. Sie kann aber nur darin liegen, dass das Ausgabemaximum spürbar erhöht wird. Damit das Treasury wieder „als Zahlstelle“ fungieren kann. Aber es sind sich auch alle Experten einig: Eine solche Lösung ist nur eine Scheinlösung. Sie verlängert ganz einfach die Zündschnur, ohne die echten Probleme der unglaublich hohen Verschuldung der USA ernsthaft anzupacken. „Dazu ist die Regierung gar nicht in der Lage“, zu groß sind die Unterschiede zwischen Demokraten und Republikaner. Die Märkte werden bei einer Einigung mit dem Spruch „…noch einmal davongekommen“ positiv reagieren – und für die meisten Amerikaner ist die Welt wieder in Ordnung. Pessimistische Analysten meinen aber klar: „Schon in zwei Jahren werden wir wieder vor dem gleichen Problem stehen. Und dann stehen noch amerikanische Präsidentschaftswahlen an. Das babylonische Gewirr wird dann noch verheerende Folgen bringen“…

Viele Senatoren und Kongressmitglieder sind sich dieser lauernden Gefahren gar nicht bewusst. Sie sind einzig und alleine – und das zeigen die derzeitigen (lächerlichen) Streitereien klar – um ihren Sitz im Kongress und im Senat besorgt. Diese allesbeherrschende Besitzstandswahrung wird noch durch den Druck seitens der Regionen, die sie vertreten, erhöht. Wenn ein Mitglied nicht die Interessen seines Staates als wichtigstes Gut verteidigt, ist er bei den nächsten Wahlen „ein toter Mann“. Das wird bei den kommenden Wahlen noch mehr an Gewicht gewinnen. Armes Amerika… (Quelle: Vertraulicher Schweizer Brief Nr. 1373, http://www.vertraulicher.com/)

© Copyright: Vertraulicher Schweizer Brief / Roland Benn, BIG BENN VERLAG




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