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Sparer-Freibetrag vervielfachen

Stiefvater Staat hat kein Geld, also hat er seit dem Jahre 2003 den Sparer-Freibetrag schon dreimal (!) gekürzt. Statt damals 1.550 Euro (bei Verheirateten 3.100 Euro) gibt es jetzt nur noch 801 Euro (bei Verheirateten 1.602 Euro).

Aber der Sparer-Pauschbetrag (wie er jetzt heißt) lässt sich ganz einfach erhöhen bzw. vervielfachen, um mehr Zinssteuer zu sparen: Eröffnen Sie einfach ein (Bau-)Sparkonto auf den Namen jedes Ihrer Kinder und Sie haben jeweils weitere 801 Euro Freibetrag zur Verfügung. Bei Beantragung einer Nichtveranlagungsbescheinigung können Sie noch mehr Geld vor dem Fiskus retten. 

Wenn Einkommen unter dem steuerlichen Grundfreibetrag liegt, muss man keine Einkommenssteuer bezahlen. Bei Ledigen liegt die Grenze bei  8.004 Euro, bei Verheirateten ist sie mit 16.008 Euro doppelt so hoch.

Wenn man gleichzeitig Kapitalerträge oberhalb des Sparer-Pauschbetrages von 801 bzw. 1602 Euro (ledig/verheiratet) hat, sollte man beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen. Bei Vorlage dieser NV-Bescheinigung führt die Bank keine 25% Abgeltungssteuer (plus Soli plus Kirchensteuer) auf die Kapitalerträge an das Finanzamt ab. Hat man Kapitalerträge unter 801/1.602 Euro reicht natürlich ein Freistellungsauftrag aus.

Solch eine Nichtveranlagungsbescheinigung ist meistens für Rentner und Kinder interessant. Renten sind teilweise steuerpflichtig, aber oft liegt das zu versteuernde Einkommen unter dem steuerlichen Grundfreibetrag. Beispiel:

Ein Rentner hat eine Monatsrente von 1.000 Euro. Diese ist zu 50% zu versteuern. Daraus ergibt sind ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von 6.000 Euro, das aber unter dem Freibetrag von 8.004 Euro liegt. Damit ist noch Raum für Zinsen und Dividenden in Höhe von 2004 Euro.
Dazu kommen der Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro, die Werbungskostenpauschale von 102 Euro und der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro, womit alles in allem Kapitalerträge von bis zu 2.943 Euro steuerfrei bleiben können.
Da man mit dem Freistellungsauftrag nur Kapitalerträge bis zu 801 Euro steuerfrei erhält, braucht man die erwähnte NV-Bescheinigung. Statt 801 Euro sind jetzt maximal 2.943 Euro abgeltungssteuerfrei!

Auch Kinder sind vollwertige Steuerzahler, wenn sie eigenes Einkommen haben (z.B. Kapitaleinkünfte aus Sparleistungen, Schenkungen, Erbschaften).

Den Antrag auf NV-Bescheinigung (NV 1 A) bekommt man bei seinem Finanzamt. Er kann aber auch beim Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung heruntergeladen werden.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, gilt die NV-Bescheinigung für 3 Jahre und kann dann wieder verlängert werden. Die NV-Bescheinigung muss bei allen Geldinstituten eingereicht werden, bei denen Kapitalerträge anfallen.

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