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Andorra heute


Andorra FlaggeSchluss mit Steuerparadies! Unbeliebte Banken plattgemacht! Und privates Eigentum wird ohne Entschädigung enteignet

Bis in die 1990er Jahre war Andorra (ca. halb so groß wie Hamburg, aber nur 78.000 Einwohner) aus Sicht der Bürger ein Musterland. Steuern gab es weder für Unternehmen noch für Personen, die Banken galten als extrem diskret und solvent, und Privateigentum war heilig.

Dann trat Andorra 1993 der UNO bei. Von da an hat sich alles radikal geändert, und heute ist nichts davon übrig. Es mag in einigen Situationen Sinn machen, eine Firma in Andorra zu gründen, obwohl es in fast jedem Fall bessere Alternativen geben dürfte.

Von einem Wohnsitz in Andorra ist dagegen in jedem Fall abzuraten, seit sich die Politik immer breiter macht und sich heute – wie fast in aller Welt – in immer mehr Dinge einmischt, die sie nichts angehen.

Die Verstaatlichung der Privatbank BPA ohne Entschädigung war ein schwarzer Tag für die Rechtsstaatlichkeit in Andorra, zumal der als Vorwand benutzte Vorwurf der Geldwäsche durch den FinCen zurückgezogen wurde. Das wird für Andorra eines Tages noch sehr teuer werden. Erste Folgen sind Verzerrungen in der Wirtschaft und eine Flucht von Kapital und Menschen, meint Horst Boldt, der seit vielen Jahren in Andorra lebt.

Sei der Anfang einmal gemacht, gebe es keine Garantie, dass anderes Eigentum wie Bankkonten, Häuser, Marken und Patente nicht auch Gegenstand staatlicher Enteignung ohne Entschädigung werden. Durch die Möglichkeit, dass in Andorra jederzeit ein Entzug von Privateigentum erfolgen kann, sei ein weiterer Baustein des Rechtsstaates vernichtet. So gravierende Eingriffe haben dem Ansehen des Landes geschadet. Leider sei der Fall BPA nicht die einzige Intervention.

Inzwischen gebe es den Begriff „Cessió gratuita“, der für entschädigungslose Enteignung steht, ganz im Gegensatz zur in der Verfassung verankerten Pflicht der Entschädigung. „Niemand darf enteignet werden, wenn dies nicht aufgrund eines gerechtfertigten öffentlichen Interesses und unter Gewährung einer gerechten Entschädigung geschieht“, steht da schwarz auf weiß.
Karte von Andorra
Bei der Rechtsstaatlichkeit liegt Andorra zwischen Simbabwe und Venezuela
Das „Gesetz über Raumordnung und Städtebau“ (LGOTU) ist ein Anschlag auf Eigentümer von Immobilien. Wenn Sie sich in Andorra ein Grundstück kaufen, ist dieses potenziell gefährdet. Der Beweis, dass es dabei kein öffentliches Interesse gebe, sei einfach zu erbringen. Erstens erfolge die Enteignung pauschal, und zweitens können Betroffene ihr Land gegen Zahlung von Lösegeld vor der kostenlosen Übertragung retten. Tatsächlicher Zweck sei es also nur, Mehreinnahmen für die öffentlichen Kassen zu erzielen.

Der „International Property Rights Index” (IPRI) wird 2018 angeführt von Finnland, Neuseeland und der Schweiz. Wäre Andorra gelistet, so läge es irgendwo zwischen Simbabwe (117) und Venezuela (123). Das sind Länder, die auch Privateigentum ohne Entschädigung enteignen.

Eigentum ist der Schlüssel zu Wohlstand und Fortschritt und laut Ludwig von Mises untrennbar mit der Zivilisation verbunden. Ohne Schutz des Eigentums gibt es keine zivilisierte Gesellschaft.

Die herrschende Regierung von Andorra hat die Bedeutung des Schutzes von Privateigentum für eine wachsende Wirtschaft nicht erfasst. Sie zerstört das Vertrauen in- und ausländischer Investoren.

Leider hat Andorra noch ein sehr viel größeres Problem. Während es in anderen Ländern wählbare und weniger wählbare Parteien gibt, ist es in Andorra leider so, dass es keine einzige wählbare Partei gibt.

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Ende der Leseprobe aus dem Gratis-Newsletter JEDEN TAG REICHER
© Copyright: Norbert Bartl, Leben im Ausland / Roland Benn, Big Benn Books


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