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Weltweit steuerfrei als Perpetual Sailor


Für eine komfortable Segelyacht muss mancher sein Haus verkaufen – aber es gibt viele gute Gründe, das zu tun - Leseprobe aus Leben im Ausland

Nach der Lektüre des Berichts über The World – und damit gerade rechtzeitig für diese Folge 2 über das Leben auf See – schrieb mir ein langjähriger Leser ein ausführliches Mail über sein eigenes Leben auf einer Segelyacht, mit vielen interessanten Einzelheiten, die nur einer kennt, der sowas selbst seit Jahren praktiziert. Für alle, die statt Segeln lieber am Steuer sitzen und Gas geben, vorneweg der Hinweis, dass die meisten Infos ebenso für das Wohnen auf einer Motoryacht gelten, mit einem wichtigen Unterschied: Segeln ist einfach preiswerter – was nicht ganz unwichtig ist, denn wer sich für so ein Leben entscheidet, hat meistens mehr Zeit als Geld. Wie überall gibt es natürlich auch hier Ausnahmen. Eine davon ist Thierry, der mir diesen Bericht schickte, wie er das macht mit dem Leben auf See...
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Thierry lebt nun im achten Jahr auf seiner Segelyacht, zusammen mit seiner Gefährtin, und er kann aus eigener Erfahrung erzählen:
»Das Wohnschiff World kenne ich zwar aus Prospekten und von außen, es hat mich jedoch noch nie gereizt«, sagt er. Die Zusammensetzung der Mitbewohner nach sozialem Status und Herkunft wäre mir zu einseitig, noch dazu wenn es zur Hälfte Angelsachsen sind«.

Das Schiff sei zu groß, um kleinere und interessantere Häfen anzulaufen. Bei seiner Größe liegt es immer am Kreuzfahrerkai oder im Industriehafen, was nicht gerade angenehm ist. Sie würden Ihren Privatwaggon auch nicht am Güterbahnhof abstellen und die Stadt Ihres Interesses von der Rückseite her anschauen, oder? Außerdem sei der Fahrplan völlig unflexibel. Sie werden einfach herumgefahren und müssen mitmachen, was gerade auf dem Programm steht.

Thierry ist schon immer gesegelt. Als er vor vielen Jahren seinen Beruf an den Nagel hängte, hatte er Zeit genug, um Segelboote an den schönsten Orten der Welt zu chartern. Vor zehn Jahren stellte er dann fest, dass seine jährlichen Charterkosten im sechsstelligen Bereich lagen. Da war der Entschluss nicht weit, eine eigene Yacht zu haben. Thierry lebte schon vorher als Perpetual Traveller, allerdings zu Lande. Natürlich sah er die Chancen, die dafür ein schwimmender Untersatz bietet. Also ging er auf Suche.

Auf der Suche nach dem geeigneten Schiff half die Griechenland-Krise
Durch seine einschlägigen Erfahrungen wusste er, dass sein Schiff hochseetüchtig sein musste, und es durfte nicht zu klein sein. In Griechenland fand er bald eine solide und geräumige traditionelle Segelyacht, die wegen der Griechenland-Krise sehr billig zu haben war. Er griff zu und gab sie in eine Werft, um sie ein Jahr lang nach seinen Plänen und Entwürfen umzubauen. Mit dem Ergebnis ist er sehr zufrieden: »Es wurde ein echter Hingucker, der zwar unauffällig die Meere durchkreuzt, aber unter Kennern ähnliche Gefühle auslöst wie ein alter Bugatti«.

»Ich bin ein alter Fahrensmann«, erzählt er, »obwohl ich mein Geld ganz anders an Land verdient habe. Inzwischen bin ich über 80 Jahre alt und völlig fit. Meine Gefährtin ist 45 Jahre jünger und findet das prächtig. Ich übrigens auch!«

Statt einer Wohnung auf der »World« lieber eine eigene Segelyacht
Thierry fährt mit vierköpfiger Crew, darunter ein professioneller Chef in der Galley. Es gibt reichlich Platz für ihn plus Gefährtin und zwei Nischen für Gäste  – damit sie nicht zu lange bleiben. Mit über 30 Metern Länge sei das Boot auch für starkes Wetter geeignet, und andererseits klein genug, um auch in verschwiegenen Buchten zu ankern und enges Fahrwasser zu meistern. Natürlich ist Thierry selbst aktiv und segelt sein Boot.

»Gerade sind wir am Rückweg aus dem Libanon, wo es hochinteressant war«, erzählt er, nur sich auf dem Meer zwischen der Küstenbewachung aus libanesischen, israelischen und UN-Kriegsschiffen durchzuwinden, die sich gegenseitig misstrauisch beäugen, sei etwas ungewöhnlich gewesen. Nach dortiger Auskunft sei er der einzige gewesen, der diesen Winter mit einer Privat-Yacht den Libanon besucht habe. Eine World würde nie dahin fahren, obwohl Beirut ganz sicher die Reise wert ist.

Thierry zur praktischen Seite seiner Entscheidung: »Statt meiner Yacht hätte ich mit Sicherheit ebensoviel Platz, rund 110 Quadratmeter, auf der World kaufen können. Die Betriebskosten sind in seinem Fall sogar noch höher: Sie liegen pro Tag im vierstelligen Bereich. »Aber was soll’s«, meint er, ich kann ja eh’ nichts mitnehmen am Ende«. Zu den Kosten gleich noch mehr...

Vor seinem Leben als Perpetual Sailor war Thierry Perpetual Traveller zu Lande. Dafür genügten ihm drei Wohnorte, die er reihum besuchte. Mindestens einer davon sollte in einem Land ohne Meldepflicht liegen, meint er, zum Beispiel in Frankreich. Dazu sei etwas Fantasie nötig, um alle Aufenthaltsorte wechselseitig als Zweitwohnsitz zu bezeichnen. So habe er nun schon seit über 30 Jahren vermieden, eine Steuernummer zu besitzen, obwohl er Europa immer nur zu kurzen Besuchen verlassen hatte. Wichtig, so Thierry:
»Auch wenn Sie zu Wasser leben wie ich, brauchen Sie einen festen Platz an Land, schon weil das Boot regelmäßig in die Werft muss und die Crew Urlaub braucht«.

Warum auch mit eigener Yacht eine Wohnung an Land sinnvoll ist
In seinem Fall hat sich ein Verhältnis von acht bis neun Monaten im Jahr auf See eingespielt. Den Rest verbringt er an Land, jeweils mit mehreren Ortswechseln. Sein längster Seeaufenthalt mit eigener Yacht war bisher vier Monate am Stück, der längste Aufenthalt an Land sechs Wochen.

Thierry: »Solange will ich dann nicht im Hotel wohnen oder bei Freunden unterschlupfen. Außerdem brauchen Sie ein Haus oder eine Wohnung als Briefkasten und Zwischenlager für alles, was auf dem Boot hinderlich oder unnötig ist, einschließlich der Garage für die Autos. Zum Thema Autos hat er auch einen Tipp...

»Es ist von Vorteil, seine Autos in den verschiedenen Residenz-Ländern anzumelden und dann rundum auszutauschen, so dass Sie überall mit einem im Ausland registrierten Fahrzeug unterwegs sind. So ist der Zweitwohnsitz dann auch äußerlich glaubhaft ... und die Strafzettel landen im Papierkorb«.

Steuerfrei in Montenegro, wenn Sie im Land selbst kein Einkommen haben
Ganz ohne Adresse an Land gehe es auch deshalb nicht mehr, weil immer mehr Banken aufgrund aktueller Regulierungen einen festen Wohnsitz nachgewiesen haben und immer öfter eine Steuernummer wissen wollen. In weiser Voraussicht hat Thierry schon vor vier Jahren seinen Wohnsitz nach Montenegro verlegt.

Dieses angenehme kleine Land, dessen Währung übrigens der Euro ist – ohne zur Eurozone zu gehören – ist nicht Mitglied der OECD und nimmt auch nicht am steuerlichen Austausch von Bankdaten teil. Außerdem sind Einkünfte aus dem Ausland in Montenegro steuerfrei, und Sie brauchen deshalb auch keine Steuernummer, sofern Sie im Land selbst nicht wirtschaftlich tätig werden. Einen ausführlichen Bericht über Montenegro finden Sie übrigens in der Ausgabe 84 vom Dezember 2014.

Thierrys Banken haben das alle letzten Endes geschluckt, wenn auch zähneknirschend und mit erheblichem Kopfschütteln. Seine Erfahrungen mit Offshore-Banken seien nicht so ermutigend, sagt er, um die europäischen Banken aufzugeben. Tatsächlich genügt es ja auch, wenn der Kontoinhaber Offshore-Status hat. Auf die Weise hat Thierry sogar wieder Gefallen an deutschen Banken gefunden. Bei denen funktioniert nach seiner Erfahrung wenigstens das E-Banking gut, und die Gebühren seien noch mit die bescheidensten.

Worauf muss einer achten, der auf dem eigenen Boot leben will?  »Seetüchtigkeit ist keine Frage der Größe«, so Thierry, »sondern der Bauart und Ausrüstung. Außerdem ist es ganz einfach eine Frage des Kompromisses zwischen Sportlichkeit und Komfort«.

Er kennt einige Segler, die mit relativ kleinen Booten von 15 bis 20 Metern Weltreisen in Angriff nehmen. Einer, den er als Maat an Bord hatte, ist mit einem 9-Meter-Boot alleine in 102 Tagen über den Pazifik gefahren. Dann hat er aber das Boot verkauft, ist also kein Perpetual Traveller, sondern eher ein Abenteurer, der mal seine Grenzen ausgelotet hat.

Wenn Sie ein Boot chartern, nehmen Sie es nicht zu klein und mit Crew
Wenn Sie so ein Leben als Neueinsteiger reizt, werden Sie sich natürlich erstmal ein Boot chartern, zum Beispiel in einem der vielen Häfen am Mittelmeer. Segelboote zum Chartern werden immer für eine bestimmte Zahl Passagiere angeboten. Thierrys Rat: »Nehmen Sie das mit den Passagieren nicht wörtlich! Wenn ein Boot für acht Personen angeboten wird, und Sie kommen tatsächlich zu Acht an, gibt es drangvolle Enge, Promiskuität und eventuell gefährlichen Streit, besonders durch den üblicherweise erhöhten Alkoholkonsum«.

Falls eine Crew dabei ist – für Neulinge unvermeidlich – müsse diese im Kettenkasten schlafen und sei entsprechend muffig. Nirgends, so Thierry, lernen Sie einen Charakter schneller und besser kennen, als in zwei Wochen gemeinsamen Segelns. Auch Ihren eigenen...

Nicht nur für Anfänger ist ein Boot mit Crew zu empfehlen. Auch Thierry hat immer Segelboote mit Crew gechartert und höchstens zu einem Drittel der Kapazität belegt. Das kostet dann zwar etwas mehr, sei aber echter Urlaub und purer Spaß. Mit Crew, sagt er, lernen Sie ein Segelgebiet erst richtig kennen.

Das Minimum zum Leben auf dem Wasser ist nach Thierrys Ansicht für ein Paar ein Boot von 18 bis 20 Metern. Das kann noch zu Zweit gesegelt werden, wenn beide sich gut ergänzen und voll dabei sind. Es ist genug Raum, um ohne Platzangst längere Zeit darauf zu leben und gelegentlich einen Gast oder Kinder dabei zu haben.

Mit Crew, so Thierry, wird es dann schnell ein Boot von 30 Metern oder mehr, also eine ganz andere Größenklasse, auch durch die technischen Vorschriften, die ab 24 Metern greifen. Außerdem ist zwischen privater und kommerzieller Verwendung zu unterscheiden, was die Anforderungen noch weiter verschärft (ähnlich wie zwischen privatem Caravan und Omnibus).

Wie Sie bei der eigenen Yacht schnell mal eine Million Euro sparen
Thierrys Yacht gehört in diese Klasse. Er hatte zuerst einen Neubau erwogen. Angebote einschlägiger Werften lagen zwischen vier und sieben Millionen Euro. Aber die Bauzeit von mehreren Jahren schreckte ihn ab, und er suchte nach einem gebrauchten Boot. In der ersten Griechenland-Krise fand er das geeignete Boot und griff kurz entschlossen zu. Es war billig, weil es der Verkäufer sehr eilig hatte.

Das Boot war erst acht Jahre alt, aber im Charterbetrieb heruntergewirtschaftet. Das störte ihn nicht,  weil der Preis entsprechend günstig war und er sowieso den Umbau in eine private Yacht im Sinn hatte. Der kostete dann nochmal das Vierfache des Kaufpreises und war in einem Jahr erledigt. Alle Entwürfe lieferte er selbst werkstattreif und beschäftigte einen Ingenieur/Kapitän sowie einen Techniker – den Stamm der künftigen Crew – vor Ort als Aufsicht und Antreiber. Er selbst machte der Werft mindestens einmal im Monat einen Überraschungsbesuch, was ihm unter’m Strich eine Viertelmillion und drei bis fünf Monate Bauzeit sparte. So konnte er das Projekt unter drei Millionen Euro durchziehen.

Reparaturen, Crew und Hafengebühren kosten das meiste Geld
Was die Betriebskosten betrifft, müssen Sie jedes Jahr mit etwa 15 Prozent der Baukosten rechnen, wobei viel von der Art der Nutzung und der Qualität des Unterhalts abhängt. Thierry nutzt das Boot rund ums Jahr und fährt ohne festen Liegeplatz, ganz nach Lust und Laune.

Er, seine Gefährtin und auch die Crew haben das Motto »niemand jagt uns und niemand wartet auf uns«. Im Winter bevorzugen sie natürlich wärmere Gegenden, da ist ihnen auch die Karibik nicht zu weit. Das schlägt sich natürlich in den Betriebskosten nieder, obwohl das Schiff sehr große Tanks hat und er grundsätzlich nur steuerfreien Diesel tankt. Da Thierry auch sonst nicht am Unterhalt spart und das Boot in tadellosem Zustand erhält, ist der durchschnittliche Betrag von rund 1.000 Euro pro Tag nicht überraschend.

Mit so einem Schiff betreiben Sie ein mittleres Unternehmen, allerdings unbelastet von Behördenkram, Steuern und ähnlichem Unfug. Weil Thierry trotzdem ordentlich Buch führt, konnte er mir die  laufenden Kosten aufschlüsseln:
  • Werft (Boot aus dem Wasser holen) 4 Prozent
  • Hafen-, Zoll- und Durchfahrtsgebühren 20 Prozent
  • Unterhalt und Reparaturen 20 Prozent
  • Ausrüstung (Neu- oder Ersatzbeschaffung) 5 Prozent
  • Crew (Gehälter, Reisekosten) 32 Prozent
  • Kraftstoffe (er segelt so oft es möglich ist) 4 Prozent
  • Haushalt (Küche, Keller, Mietfahrzeuge) 9 Prozent
  • Versicherung 3 Prozent
  • Verwaltung (Flagge, Firma, Kommunikation) 3 Prozent.
Ein Wort zur Crew: Thierry leistet sich einen professionellen Küchenchef-Restaurateur-Hotelier, der/die nach dem Kapitän die zweithöchste Heuer erhält. Das ist natürlich buchstäblich Geschmacksache. Außerdem braucht so ein Boot mit über 100 Tonnen Verdrängung zwei Maaten, mindestens einen davon mit Techniker-Niveau.

Bei der Auswahl der Crew ist sehr viel Fingerspitzengefühl nötig
So eine Besatzung habe einige Jahre ganz ordentlich funktioniert. Jetzt hat Thierry noch einen Jungmaat dazu genommen. So braucht er im Hafen weniger Leiharbeit, es wird mehr mit eigenen Mitteln erledigt, was sich von den Kosten und der Zeit sogar als Vorteil erweist.

Crewmitglieder, so Thierry, haben die Mentalität von Beschäftigten im Gastgewerbe – plus einen Schuss Abenteuerlust oder Fernweh, und oft auch Probleme an Land. Da sei eine Menge Fingerspitzengefühl nötig, um eine effiziente und stabile Crew anzuheuern und auch zusammen zu halten.

Chartercrews kommen meistens wöchentlich immer wieder nach Hause, während Thierrys Crew mit ihm auf Reise geht. Sein Boot hat eine gesonderte Crew-Messe und vollwertige Crew-Kabinen mit Toilette und Dusche, was im Idealfall sogar so etwas wie ein Crew-Familienleben entstehen lässt.

Thierrys Rhythmus ist gemächlich. Wenn es ihnen irgendwo gut gefällt, bleiben sie einige Wochen. In der Badesaison verlieren sie sich zwischen den Inseln, liegen in stillen Buchten vor Anker und versorgen sich in kleinen Fischerhäfen per Tender, da sie da mit der Yacht gar nicht hineinfahren könnten.

Für ein geeignetes Boot zum Leben sollten Sie ab 100.000 Euro einplanen
Soweit Thierrys Luxus-Variante eines Lebens auf der eigenen Segelyacht. Was aber, wenn einer nicht so viel Geld ausgeben kann? Was ist das Minimum, wenn einer auf seinen Segelboot leben will und immer auf's Geld achten muss, mit bescheidenen Ansprüchen im Mittelmeer unterwegs? Dazu Thierry...

»Genauso gut könnten Sie mich fragen, wieviel Geld nötig ist, um glücklich zu sein. Da sind die Grenzen weit gesteckt. Für einen Ölscheich reicht vermutlich eine Viertelmilliarde kaum. Mein früherer Maat, der in 102 Tagen den Pazifik überquerte, hat glaube ich für sein Boot um die 10.000 Dollar bezahlt und sich Ausrüstung und Proviantierung billig zusammen geschnorrt. Nehmen wir an, er hat nochmal rund 10.000 Dollar ausgegeben. Er hat es geschafft und seinen Kick gehabt, aber er hat nicht auf diesem schwimmendem Untersatz gelebt, geschweige denn zu zweit«.

Thierry würde, wenn es etwas Vernünftiges werden soll, ein Boot der 18-Meter-Klasse (60 Fuß) bevorzugen.  Sowas finden Sie gut gebraucht immer wieder so um die 100.000 Euro, natürlich ohne Obergrenze bis zum Neupreis von rund 600.000 Euro. Dazu komme die Hochseeausrüstung. Nicht selten muss jemand, um auf See dauerhaft flott zu werden, sein Haus verkaufen ... was immer wieder passiert.

Wer selbst ein nützliches Handwerk beherrscht, kann die meisten Arbeiten für Unterhalt und Pflege selbst oder mit Nachbarschaftshilfe in der Marina erledigen. Die gebe es übrigens wirklich!

Kleidung ist zweitrangig, wenn die Schlechtwetterkleidung einmal beschafft ist. Lebensmittel und Körperpflege kann jeder selbst schätzen, mit 25 Prozent Zuschlag für erhöhten Verschleiß und teureren Einkauf en passant. Mit 50.000 Euro an jährlichen Ausgaben sollten Sie für das Boot inklusive Fixkosten (Versicherung, Registrierung), Betriebsmittel und Lebensunterhalt hinkommen. Viel hängt auch davon ab, ob und wie lange Sie im Winter einen billigen Liegeplatz haben oder das Boot auf dem Trockenen liegt, oder ob Sie in wärmere Zonen ausweichen und durchfahren.

Wie beim Auswandern gilt auch beim Boot: Machen Sie zuerst einen Test
Ein Neuling sollte sich nicht sofort in so ein Abenteuer stürzen, sondern erstmal eine Schnuppersaison planen. Die Langzeitcharter über ein halbes Jahr ist meistens recht preiswert, da der Verleiher dann eine Sorge weniger am Bein hat. Wem das Boot und so ein Leben am Ende noch gefällt, der kann vielleicht einen guten Schnitt beim Kauf machen. Sie sollten also gleich etwas in der Preislage und Größe chartern, was Sie sich später auch leisten können. Es ist immer besser, so Thierry, aus Vorsicht lieber etwas kleiner anzufangen und womöglich jedes Jahr wieder zu verkaufen, als eine Nummer zu groß zu kaufen und dann ständig Geldsorgen zu haben.

Thierry ist allerdings auch schon vielen live-on-boards begegnet (so heißen die), denen anzusehen war, dass sie auch mit der Hälfte der genannten Beträge auskommen und es trotzdem genießen. Entscheidend ist, wie viele Komfort-Ansprüche Sie von Land auf See mitnehmen, oder ob Sie wirklich aussteigen und Ihr bürgerliches Leben an den Nagel hängen wollen. Diese Entscheidung ist höchstpersönlich und formt sich oft erst mit der Zeit und konkreten Erfahrung.

Damit Sie eine Vorstellung von der Größe einer 30-Meter-Yacht bekommen, oben das Foto einer Yacht dieser Größe, mit der Thierry auf dem Meer unterwegs ist.

Egal wie groß Ihre Yacht ist, Sie werden immer einer begegnen, die noch größer ist – Ausnahme Andrey Melnichenko, der sich jetzt die längste Segelyacht der Welt bauen ließ: Seine Sailing Yacht A misst stolze 146 Meter. Rechts die Black Pearl von Oleg Burlakov, mit 109 Metern die zweitlängste Segelyacht  der Welt.

Beispiele gebrauchter Segelyachten aller Größen und Preisklassen sinden Sie z.B. auf
Suchen Sie auch in Fachzeitschriften und E-Bay. Boote von Privat oft preiswert in Yachthäfen
Ende Leseprobe aus "Leben im Ausland"

Weitere Infos
Segeln ist Leben
Segelreporter
Verlag Delius-Klasing (Zeitschrift "Yacht")
Deeper Travel
Bruder Leichtfuss
Mitsegeln in der Karibik
Sommerboot1.de

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© Copyright: Norbert Bartl, Leben im Ausland / Roland Benn, Big Benn Books



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