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Genehmigungsfreies Handwerk mit goldenem Boden: Hundefrisör

Normalerweise ist in Deutschland jedes Handwerk genehmigungspflichtig. Es darf nicht jeder anderer Leute Autos reparieren, Wände anstreichen oder Haare schneiden. Diese und ca. 400 weitere handwerkliche Tätigkeiten erfordern einerseits eine langjährige Berufsausbildung mit Meisterprüfung und zum anderen die Eintragung des selbstständig arbeitenden Handwerksmeisters in die sog. Handwerksrolle. Doch Hundehaare darf – bislang – noch jeder schneiden. Hierzulande gibt es diese Restriktionen nicht, im Gegensatz zu den USA und einigen europäischen Ländern.

Den Beruf gibt es schon seit über 100 Jahren und der Bundesverband der Groomer selbst versucht, ihn staatlich anerkannt zu machen.

Hundefrisöre nennen sich gerne auch Groomer, was von dem englischen Verb „to groom“ = pflegen abgeleitet ist. Tatsächlich tun sie auch mehr, als einfach nur scheren (wie bei Pudeln), trimmen (wie bei Terriern) oder strippen (wie bei Spaniels). So werden auch die Krallen gestutzt und Körper, Ohren, Augen und Gebiss auf Verletzungen und Infektionen kontrolliert und ggf. behandelt. Außerdem werden Pfoten speziell im Winter mit Hirschtalg oder Vaseline gegen Salz geschützt. Für viele lang- bzw. rauhaarige Hunde ist das Schneiden nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern einfach auch eine notwendige Prozedur, denn die Fellstruktur verbessert sich nur durch regelmäßige Pflege. Und die muss, je nach Hunderasse, alle 4 bis 12 Wochen erfolgen.

Manche Hundebesitzer erlauben dem Groomer, kreativ zu sein, andere wiederum wünschen einen Haarschnitt gemäß den Rassebestimmungen. Weitere Arbeiten sind entfilzen, Unterwolle entfernen oder einfach nur mit Shampoo baden, aber auch Zahnsteinentfernung mit Ultraschall.

Es gibt also einiges zu tun, wobei jede Hunderasse ihre besondere Behandlung erfährt. Insofern sollte man sich Fachkenntnisse aneignen, wie sie in Seminaren von anderen Groomern angeboten werden. Dort lernt man den richtigen Umgang mit den unterschiedlichen Arbeitsgeräten, verschiedene Techniken und Pflegemittel sowie die Unterschiede in Anatomie und Charakter der häufigsten Rassen.

Solch ein Hundefrisör für alle Felle kann man - je nach Ausbilder – schon in 2 bis 4 Wochen werden. Die Kosten betragen zwischen ca. 1.000 und 2.500 Euro. Einige Ausbildungsstellen:
www.groomerschule.de
www.mit-tieren-arbeiten.de
Weitere Scherschulen u.a. auf dieser Internetseite

Was lässt sich verdienen?
Hundebesitzer sind es gewohnt, für ihre Lieblinge einiges springen zu lassen: Für Futter, Versicherung, Steuer, Tierarzt, Accessoires, Spielzeug usw. geben allein deutsche Hundebesitzer über 1 Milliarde Euro jährlich aus. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie für den Besuch beim Hundefrisör fast genauso tief in die Tasche greifen wie beim eigenen. Die folgende Preisliste gibt Ihnen eine gute Vorstellung, welche Umsätze erzielt werden können (die Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer):
SCHNEIDEN:
Ganz kleine Hunde  25,-- Euro
Kleine Hunde           28,-- Euro
Mittelgroße Hunde   31,-- Euro
Große Hunde           34,-- Euro
Ganz große Hunde  37,-- Euro

NUR BADEN UND FÖNEN:

Ganz kleine Hunde  10,-- Euro
Kleine Hunde           13,-- Euro
Mittelgroße Hunde   16,-- Euro
Große Hunde           19,-- Euro
Ganz große Hunde  22,-- Euro


PUDEL-PREISE:

Toypudel     inkl. Baden  35,-- Euro
Zwergpudel inkl. Baden  40,-- Euro
Mittelpudel  inkl. Baden   45,-- Euro
Großpudel   inkl. Baden   50,-- Euro
Bei besonders starker Verfilzung: 25,-- Euro / Stunde


SONSTIGES:

Augen- oder Ohrenpflege 3,-- Euro
Krallenschneiden               6,-- Euro

Mehr Kunden kann man erreichen, wenn man auch ein oder mehrere Tage pro Woche als mobiler Hundefrisör arbeitet, also im Hause der Hundehalter die Pflege durchführt.

Bisweilen sollen auch Katzenfelle geschnitten werden. Hier kann man 30 Euro pauschal verlangen oder 25 Euro pro Stunde.

Ein Hundefrisör sollte auch sonst alles zum Verkauf anbieten, was Herrchen und Frauchen so wünschen: Hundefutter, Leckereien, Spielzeug, Leinen, Körbchen usw. So lässt sich der Umsatz mit wenig mehr Zeitaufwand um bis zu 30% erhöhen.

Berufsverbände:
Berufsverband Deutscher Groomer
Berufsverband der Hundefrisöre
BVdG – Bundesverband der Groomer e.V.


© Copyright: Roland Benn

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